Hast auch Du Angst negative Kommentare oder Kritik auf Deine Posts oder für Deine Angebote zu bekommen? Damit bist Du nicht allein. Heute schauen wir, wie Du diese Angst überwinden und vielleicht neue Formen des Umgangs mit negativen Kommentaren finden kannst.

Aus Gesprächen mit meinen Kund_innen und auch aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass wir, bevor wir beginnen unser Können oder unsere Produkte zu präsentieren, hauptsächlich von der Angst Kritik zu erfahren zurückgehalten werden.

Woher kommt diese Angst? Ich glaube, dass viele von uns gelernt haben, Kritik persönlich und negativ zu sehen.

Etwas von uns zu präsentieren, wofür wir stehen, was uns wichtig ist, macht uns angreifbar, weil es uns etwas bedeutet. Aber wir müssen uns nicht angreifen lassen.

Was wenn wir uns selbst aus der Kritik erst mal heraus nehmen? Auch hier gilt meist, dass das, was die anderen über uns sagen, viel mehr mit ihnen zu tun hat, als mit uns.

Die Erfahrungen, die wir machen, sind bestimmt von dem, was wir vorher im Leben schon erfahren haben. Unreflektiert sehen wir in vielen Situationen eine Wiederholung von dem, was wir erwarten.

Es gibt eine Parabel, die das sehr anschaulich darstellt:

Ein Mensch kommt in ein Dorf und fragt eine alte Frau auf der Straße: “Wie ist das Leben hier im Dorf? Ich überlege hierherzuziehen.”

Die alte Frau erwidert: “Wie ist das Leben dort, wo Du jetzt lebst?”

Der Umherziehende sagt: “Gut. Die Menschen sind freundlich, wir helfen uns gegenseitig und kommen gut miteinander klar.”

Darauf antwortet die alte Frau: “Das Gleiche wirst Du auch hier finden.”

Ein paar Tage später kommt ein anderer Mensch vorbei und stellt der alten Frau die gleiche Frage. Auch ihn fragt sie zurück: “Wie ist das Leben, wo Du jetzt lebst?”

Dieser Umherziehende sagt: “Es ist schrecklich! Ständig ist irgendwo Streit, die Leute trauen einander nicht und jeder kümmert sich nur um seine eigenen Angelegenheiten.”

Auch hier erwidert die alte Frau: “Das Gleiche wirst Du auch hier finden.”

Warum negative Kommentare?

Was also würde passieren, wenn wir uns fragen, was die Person bedrückt, was sie treibt, warum sie unser Angebot so negativ sieht? Was könnte sie erfahren haben?

So eröffnet uns der Umgang mit negativen Kommentaren eine Möglichkeit unsere Perspektive zu erweitern. Wenn wir wissen, dass wir unser Bestes geben, müssen wir Kritik nicht annehmen, können aber mit ihr wachsen.

Wie bei eigentlich allem kommt auch hier Deine Intention ins Spiel. An anderer Stelle gebe ich ein paar Hilfestellungen dazu, wie Du Deine Grundwerte ermitteln kannst. Auch zu wissen, warum oder wofür Du Deine Arbeit machst, und ehrlich mit Dir selbst und Deinen Möglichkeiten und Prioritäten zu sein, hilft hier.

Wenn Du dieses Fragen zufriedenstellend für Dich beantworten kannst, brauchst Du keine Angst vor Kritik oder negativen Kommentaren zu haben, weil Du weißt, dass Du Dein bestmögliches gibst.

Wenn nicht, dann hast Du noch ein bisschen Arbeit vor Dir, aber auch das ist kein Grund aufzugeben, sondern eine Chance, weiterzuarbeiten, um Dein Angebot wirklich richtig gut zu machen.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung:

Vor ein paar Jahren leitete ich eine Organisation (TQU) und postet einen Aufruf eigene Beiträge einzureichen. Dieser listete eine Reihe von Vorgaben, unter anderem, dass alle Beiträge auf Englisch sein sollten.

Eine Kommentatorin schrieb als Antwort darauf eine Kritik, dass die englische Sprache, die Sprache der Kolonisator_innen in vielen Gebieten ist, und dass Aufrufe, die sich kritisch mit der Geschichte des Kolonialismus auseinandersetzen, nicht wirklich etwas ändern, wenn sie weiter in diesen Strukturen verharren und damit ungleiche Machtverhältnisse der Teilhabe aufrechterhalten.

Ich bedankte mich für ihren Kommentar und gab ihr Recht, denn natürlich teile ich diese Kritik auch. Aber als Deutsche, die einer möglichst großen Menge an Menschen eine Teilnahme ermöglichen möchte, für ein Projekt, das von Freiwilligen geführt wird, ohne finanzielle Förderung, sind uns eben Grenzen gesetzt, von dem, was wir leisten können.

Das Gespräch endete damit, dass sie anbot für uns Artikel ins oder aus dem Spanischen zu übersetzen und die Kritik und die daraus entstandenen Kommunikation hat alle Seiten näher zusammen gebracht.

Ich möchte also nicht sagen, dass Kritik nicht berechtigt sein kann. Aber wenn man in eine offene Kommunikation geht, sich als Menschen begegnet und die Umstände ehrlich erklärt, besteht auch die Möglichkeit mehr Verständnis zu schaffen und Beziehungen aufzubauen oder zu stärken.

Hier ein weiteres Beispiel, was mir vor ein paar Tagen über den Weg gelaufen ist, was sehr anschaulich zeigt, wie einfach man eine Situation wenden kann:

negative Kommentare handeln
negative Kommentare handeln
negative Kommentare handeln

Negative Kommentare als Chance

Was also, wenn wir lernen, Kritik und negative Kommentare als Geschenk zu sehen? Als die Möglichkeit eine neue Beziehung aufzubauen oder eine alte zu stärken? Negative Kommentare können uns darauf hinweisen, dass wir noch wachsen können, persönlich, oder dass unser Produkt oder Angebot noch besser werden kann.

Und sie geben uns eine Möglichkeit unsere Kund_innen und ihre Bedürfnisse besser kennenzulernen.

Niemals sollten andere Menschen, oder das, was sie denken und sagen uns davon abhalten das zu machen, was uns wichtig ist.

Negative Kommentare werden uns begleiten, genauso wie positive. Immer können wir uns über Kommentare freuen, weil sie zeigen, dass wir Menschen erreichen, vielleicht auch noch Schwachstellen haben, und weil sie uns, gemeinsam mit unserem eigenen inneren Kompass, helfen auf dem richtigen Weg zu bleiben oder aufzeigen, wo wir noch ein wenig nachjustieren können.

Was sind Deine Erfahrungen oder Ängste im Bezug auf negative Kommentare? Wenn Du sie in einem Post in den Sozialen Medien teilen magst, dann tagge mich, damit ich Dir antworten kann!

Wenn Du Fragen hierzu oder zu einem anderem Thema rund um Webdesign, Branding oder Marketing hast – schick mir einfach eine E-Mail. Ich freue mich von Dir zu hören!